Beim Streichen wirkt die Wand zunächst gleichmäßig. Nach dem Trocknen erscheinen jedoch Schatten oder fleckige Bereiche. Der Untergrund scheint stellenweise noch durch.
Viele fragen sich in dieser Situation, wie sich die Deckkraft der Farbe verbessern lässt. Mehr Farbe aufzutragen wirkt naheliegend, führt jedoch nicht immer zum gewünschten Ergebnis.
Problem und Kontext
Deckkraft beschreibt die Fähigkeit einer Farbe, den Untergrund vollständig zu überdecken. Diese Eigenschaft hängt vor allem von der Pigmentierung der Farbe ab. Je höher der Pigmentanteil, desto besser kann die Farbe alte Farbtöne oder Flecken verdecken.
Auch der Untergrund spielt eine wichtige Rolle. Stark saugende Flächen entziehen der Farbe einen Teil ihrer Bindemittel und Pigmente. Dadurch wirkt die Oberfläche nach dem Trocknen ungleichmäßig.
Zusätzlich beeinflusst die Verarbeitung das Ergebnis. Wenn zu wenig Farbe aufgetragen wird oder der Roller zu trocken ist, reduziert sich die Deckkraft.
Typische Alltagssituationen
Beim Überstreichen einer dunklen Wandfarbe mit einem hellen Ton bleibt nach dem Trocknen ein Schatten sichtbar. Besonders bei Weiß fällt dieser Effekt deutlich auf.
Auch nach dem Ausbessern von Dübellöchern entstehen Unterschiede. Spachtelstellen nehmen Farbe stärker auf als die restliche Wand.
In älteren Wohnungen wurden Wände oft mehrfach gestrichen. Unterschiedliche Farbschichten reagieren verschieden auf neue Farbe.
Selbst bei einem zweiten Anstrich können wolkige Bereiche bestehen bleiben. Die Farbe verteilt sich zwar gleichmäßig, deckt den Untergrund jedoch nicht vollständig ab.
Warum das im Alltag stört
Ungleichmäßige Wände fallen im Alltag schnell auf. Besonders bei seitlichem Lichteinfall werden Unterschiede in der Farbdeckung sichtbar.
Mehrere zusätzliche Anstriche verlängern die Renovierungsarbeiten. Möbel müssen erneut bewegt werden. Räume bleiben länger eingeschränkt nutzbar.
Auch der Materialverbrauch steigt. Jeder weitere Anstrich benötigt Farbe und Zeit.
Ohne Anpassung der Vorgehensweise kann das Problem dennoch bestehen bleiben. Die Wand wirkt weiterhin unruhig.
Was im Alltag wirklich hilft
Um die Deckkraft zu erhöhen, ist zunächst die Wahl der richtigen Farbe entscheidend. Produkte mit höherem Pigmentanteil können Untergründe deutlich besser überdecken.
Hier kann eine hochdeckende Wandfarbe (Deckkraftklasse 1–2) sinnvoll sein. Diese Farben sind darauf ausgelegt, starke Farbunterschiede bereits beim ersten Anstrich deutlich zu reduzieren.
Zusätzlich sollte die Farbe gleichmäßig und ausreichend dick aufgetragen werden. Ein Roller sollte immer ausreichend Material aufnehmen.
Auch das Arbeiten in zusammenhängenden Bahnen hilft. So lässt sich die Farbe gleichmäßig verteilen und sichtbare Ansätze werden reduziert.
Worauf man achten sollte
Der Untergrund sollte vor dem Streichen geprüft werden. Staubige oder lose Stellen können die Haftung der Farbe beeinträchtigen.
Bei stark saugenden Wänden kann eine vorbereitende Grundierung sinnvoll sein. Sie sorgt dafür, dass die Farbe gleichmäßiger aufgenommen wird.
Zwischen zwei Anstrichen sollte ausreichend Zeit zum Trocknen eingeplant werden. Erst danach lässt sich beurteilen, ob ein weiterer Auftrag notwendig ist.
Während des Streichens hilft gute Beleuchtung. So lassen sich ungleichmäßige Bereiche frühzeitig erkennen.
Fazit
Die Deckkraft von Farbe hängt von mehreren Faktoren ab. Neben der Farbqualität spielen auch Untergrund und Verarbeitung eine wichtige Rolle.
Mit der passenden Farbwahl und einer gleichmäßigen Verarbeitung lässt sich die Deckkraft deutlich verbessern und ein ruhiges Wandbild erreichen.